Kermess Ausbildungswoche in Belgien / 19.-26.7.08

Rennstimmung in Flandern
Das Regionalkader Zentralschweiz und Aargau mit Fahrern von 6 Vereinen

Aargauer Regionalkader in Belgien

Hölle des Nordens erfahren

 

Von Roger Kalt

 

VLAANDERN. Die Junioren Nachwuchsradsportler des Aargauer und Zentralschweizer Regionalkaders erlebten während einer Woche in Flandern und Wallonien in Belgien was es heisst, sich auf holprigen Pavéstrassen mit der internationalen Konkurrenz an Kermessrennen zu messen.

 

Anstelle von Strand- und Partyferien in Mallorca oder Aija-Napa ging es für 10 jugendliche Radsportler und vier Betreuer am Samstag 19. Juli frühmorgens mit zwei Fahrzeugen über Basel, Luxemburg und Brüssel bis nach Gent. Ihnen stand eine interessante (rad)sportliche Ausbildungs- und Rennwoche in der Hölle des Nordens bevor. Was für die Elitefahrer an der Flandernrundfahrt wartet konnten die jungen Athleten an so genannten Kermessrennen selber miterleben.

 

"Das ist ja ganz anders hier!"

Und genau darum ist die Ausbildungswoche in Belgien auch sinnvoll, stellte Regionalkadertrainer Roger Kalt fest. Viele der in den Wettkämpfen in Belgien gemachten Erfahrungen können für das sportliche Weiterkommen in der Schweiz eingesetzt und umgesetzt werden.

Aber zuerst mussten sich die Schweizer Junioren in den bis zu 80 Mann grossen Feldern von Einheimischen zurechtfinden. Wer immer mitfährt im Norden ist der Wind: Von vorne, von der Seite oder von hinten. Darum ist ein wichtiges taktisches Verhalten das Verstecken im Fahrerfeld um möglichst energieschonend über die Renndistanz von jeweils rund 80 km zu kommen. Ist einmal ein Loch von 10m auf so ist man draussen. Die starke Windpräsenz verändert das Verhalten im Feld so sehr, dass die Fahrtechnik und die Wettkampftaktik enorm anders ist als zu Hause.

 

Kermess Stimmung und ein fünfter Rang

Die Kermessrennen finden im radsportverrückten Belgien jeden Tag statt. Von der Unterkunft in Gent, in welcher zur gleichen zeit die niederländische Rad Olympiadelegation logierte, ging es mit den Teamfahrzeugen zu den Rennen. Im ganz einfachen Rahmen in einem Hinterzimmer eines Restaurants war jeweils Einschreiben und Startnummernausgabe. Wenn es über Pavésteine ging säumten jeweils hunderte Zuschauer die Strassen und fieberten mit den jungen Athleten mit.

 

Nach den ersten drei Kermessrennen hatte sich unter den Einheimischen umgesprochen, dass eine starke Schweizer Mannschaft am Start war. Die Kommunikation mit den Gegnern war auch eine Neuheit für die Aargauer und Zentralschweizer. So konnte fast keiner der Belgier Französisch oder Englisch, dafür sprachen sie alle Flämisch. Was wirklich untereinander gesagt wurde während dem Rennen war nicht so ganz klar, hiess aber in etwa: "Fahrt ihr, ihr seid verantwortlich...". Dass die Ausbildungswoche nicht vergeben war zeigte ein fünfter Rang mit der Ankunft in der Spitze eines Rennens, wo das gesamte Team mitwirken konnte um die gewählte Taktik umzusetzen.

 

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